Gewebe, Sehnen, Wundheilung
Regeneration.
Substanzen, die in Tiermodellen und frühen klinischen Studien auf geweberegenerierende, wundheilungsfördernde oder gastroprotektive Eigenschaften hin untersucht wurden.
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BPC-157
Body Protection Compound 157
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadekapeptid, das von einem Teilabschnitt des humanen Magensaftproteins abgeleitet ist. In präklinischen Studien wurden Interaktionen mit dem NO-System (Stickstoffmonoxid-Signalweg) sowie mit dem EGR1- und VEGFR2-Rezeptorweg beschrieben, die möglicherweise angiogenetische und zytoprotektive Effekte vermitteln. Die genauen Wirkmechanismen am Menschen sind nicht abschließend geklärt.
TB-500
Thymosin Beta-4
TB-500 (als synthetisches Analogon von Thymosin Beta-4, einem natürlich vorkommenden Peptid) interagiert mit G-Aktin und reguliert die Aktinpolymerisation in Zellen. Thymosin Beta-4 wird endogen in hohen Konzentrationen in Blutplättchen und anderen Zellen exprimiert und ist an Zellmigration, -proliferation und -differenzierung beteiligt. Präklinische Studien deuten auf Interaktionen mit dem angiogenetischen und entzündungsmodulierenden Signalweg hin. Die Bezeichnung 'TB-500' ist ein Handelsbegriff für ein synthetisches Fragment-Analogon und nicht identisch mit nativem Thymosin Beta-4.
GHK-Cu
Copper Peptide GHK
GHK-Cu (Glycyl-L-histidyl-L-lysin mit Kupfer(II)-Komplex) ist ein natürlich vorkommendes Tripeptid, das im menschlichen Plasma, Speichel und Urin nachgewiesen wird. Es bindet Kupferionen und transportiert diese in Gewebe. In vitro und in präklinischen Modellen wurden Effekte auf die Kollagensynthese, antioxidative Enzymaktivität sowie die Expression von Wachstumsfaktoren (u. a. VEGF, FGF) beschrieben. Der genaue Wirkmechanismus in vivo beim Menschen ist nicht vollständig aufgeklärt.
IGF-1
Insulin-like Growth Factor 1
IGF-1 ist ein 70-Aminosäuren-Polypeptid mit struktureller Homologie zu Insulin. Es bindet primär an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R), worüber es die PI3K/Akt/mTOR- sowie die Ras/MAPK-Signalkaskade aktiviert. Die Hauptproduktionsstätte ist die Leber, wo die Synthese durch Wachstumshormon (GH) stimuliert wird. IGF-1 gilt als zentraler Mediator der anabolen Wachstumshormon-Effekte auf Muskel-, Knochen- und Nervengewebe. Im Blut zirkuliert IGF-1 gebunden an IGF-Bindungsproteine (IGFBPs), die seine Bioverfügbarkeit und Halbwertszeit regulieren.
LL-37
Cathelicidin
LL-37 ist das einzige humane Cathelicidin — ein 37-Aminosäuren-Peptid, das durch proteolytische Spaltung aus dem Vorläuferprotein hCAP-18 entsteht. Es wirkt direkt antimikrobiell durch Destabilisierung bakterieller Zellmembranen (kationische Ladung + amphipathische Helix-Struktur). Darüber hinaus besitzt LL-37 immunmodulatorische Funktionen: Es aktiviert Toll-like-Rezeptoren (TLR), fördert die Chemotaxis von Immunzellen, stimuliert Angiogenese über VEGFR-2 und beschleunigt Wundheilung. Produziert wird LL-37 hauptsächlich in Neutrophilen, Mastzellen und Epithelzellen — besonders nach Gewebeverletzung oder Infektion.
Hexarelin
Examorelin
Hexarelin ist ein synthetisches Hexapeptid und das potenzieste GH-Sekretagogon der GHRP-Klasse. Als hochaffiner GHS-R1a-Agonist erzeugt es bei äquimolaren Dosen 2–3-fach höhere GH-Pulse als GHRP-2, GHRP-6 oder Ipamorelin. Zusätzlich zur GHS-R1a-Aktivität bindet Hexarelin den CD36-Scavenger-Rezeptor — ein Wirkmechanismus, der keine andere GHRP-Verbindung zeigt und kardioprotektive Effekte vermitteln soll (Reduktion myokardialer Fibrose, Verbesserung der Herzfunktion in Tiermodellen). Hexarelin steigert Cortisol und Prolaktin stärker als andere GHRPs und zeigt ausgeprägte Tachyphylaxie.
SS-31
Elamipretide
SS-31 (Elamipretide) ist ein synthetisches, zellgängiges Tetrapeptid (D-Arg-2′6′-Dimethyltyrosin-Lys-Phe-NH₂). Es akkumuliert selektiv in der inneren Mitochondrienmembran, wo es Cardiolipin bindet — ein Phospholipid, das ausschließlich in Mitochondrien vorkommt und die Cristae-Struktur sowie die Funktion der Atmungskette stabilisiert. Durch Cardiolipin-Bindung reduziert SS-31 oxidativen Stress, stabilisiert die Elektronen-Transportkette (Komplex I–IV), steigert die ATP-Produktion und verhindert die Freisetzung von Cytochrom c (apoptotisches Signal). Dieser Wirkmechanismus ist unabhängig von Zelltyp und Erkrankungskontext — was das breite Anwendungsspektrum in der Forschung erklärt.
Teriparatid
Teriparatide
Teriparatid ist das rekombinant hergestellte N-terminale Fragment (1-34) des humanen Parathormons (PTH). Es bindet an den PTH-1-Rezeptor auf Osteoblasten und Osteozyten. Im Unterschied zur dauerhaft erhöhten PTH-Konzentration (die den Knochenabbau fördert) führt die intermittierende, einmal tägliche Gabe zu einem überwiegend anabolen Effekt auf den Knochen. Beschrieben wird eine Stimulation der Osteoblasten-Aktivität und eine Zunahme von Knochenmasse und -struktur.
Abaloparatid
Abaloparatide
Abaloparatid ist ein synthetisches Analogon des Parathormon-verwandten Peptids (PTHrP 1-34). Es bindet bevorzugt an die RG-Konformation des PTH-1-Rezeptors, was im Vergleich zu Teriparatid zu einer stärker anabol ausgerichteten, transienteren Signalantwort führen soll. Wie Teriparatid wird es intermittierend (einmal täglich) angewendet, um die Knochenneubildung gegenüber dem Abbau zu begünstigen.
Erythropoetin (EPO)
Erythropoetin
Erythropoetin (EPO) ist ein glykosyliertes Proteinhormon (165 Aminosäuren), das überwiegend in der Niere gebildet wird. Es bindet an den EPO-Rezeptor auf erythroiden Vorläuferzellen im Knochenmark und stimuliert deren Überleben, Teilung und Reifung zu roten Blutkörperchen. Dadurch steigt die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Rekombinantes EPO (Epoetin) ahmt diese physiologische Wirkung nach.
Cerebrolysin
Cerebrolysin
Cerebrolysin ist kein einzelnes Peptid, sondern ein standardisiertes Gemisch niedermolekularer Peptide und freier Aminosäuren, gewonnen aus Schweinehirngewebe. Ihm werden neurotrophe und neuroprotektive Eigenschaften zugeschrieben, die denen körpereigener neurotropher Faktoren ähneln sollen. Diskutiert werden Effekte auf neuronales Überleben, synaptische Plastizität und die Modulation von Entzündungs- und Apoptose-Prozessen. Die genaue Zusammensetzung und der Wirkmechanismus sind nicht vollständig charakterisiert.
MGF
Mechano Growth Factor
MGF (Mechano Growth Factor) ist eine Spleißvariante des IGF-1-Gens (IGF-1 Ec), die vor allem nach mechanischer Muskelbelastung exprimiert wird. Das charakteristische C-terminale E-Peptid wird als eigenständiges Signal diskutiert, das die Aktivierung und Proliferation muskulärer Satellitenzellen fördern soll. Die pegylierte Form (PEG-MGF) soll die sehr kurze Halbwertszeit des nativen Peptids verlängern. Der genaue Rezeptor des E-Peptids ist nicht abschließend geklärt.
IGF-1 DES
IGF-1 DES
IGF-1 DES ist eine verkürzte Variante des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1, der die ersten drei N-terminalen Aminosäuren fehlen (DES(1-3)IGF-1). Durch diese Verkürzung bindet das Molekül deutlich schwächer an IGF-Bindungsproteine, wodurch es im Gewebe eine höhere relative Aktivität am IGF-1-Rezeptor entfalten kann. In Zellmodellen wurde eine im Vergleich zum vollständigen IGF-1 gesteigerte Potenz beschrieben. Die Wirkung betrifft Zellproliferation, -differenzierung und anabole Signalwege.
ARA 290 (Cibinetid)
ARA 290
ARA 290 (Cibinetid) ist ein kurzes Peptid, das von der Helix B des Erythropoetins (EPO) abgeleitet ist. Es bindet an den sogenannten innaten Reparaturrezeptor (ein Komplex aus EPO-Rezeptor und der β-common-Rezeptoruntereinheit), ohne die erythropoetische (blutbildende) Wirkung von EPO zu besitzen. Beschrieben werden gewebeschützende und entzündungsmodulierende Effekte. Im Fokus stehen neuropathische und entzündliche Erkrankungen.
AHK-Cu
AHK-Cu
AHK-Cu ist ein Kupfer-bindendes Tripeptid (Alanin-Histidin-Lysin) und gehört zur Familie der kosmetischen Kupferpeptide, ähnlich dem bekannteren GHK-Cu. Das gebundene Kupferion gilt als funktionell relevant. In präklinischen Untersuchungen wurde AHK-Cu vor allem im Kontext von Haarfollikel-Stimulation und Förderung dermaler Zellen beschrieben. Die Anwendung ist überwiegend topisch/kosmetisch.
B7-33
B7-33
B7-33 ist ein einkettiges, vereinfachtes Mimetikum des Hormons Relaxin-2. Im Gegensatz zum natürlichen, zweikettigen Relaxin ist es synthetisch leichter zugänglich und soll am Relaxin-Rezeptor RXFP1 funktionell selektiv wirken: vorrangig über antifibrotische (gewebevernarbungshemmende) Signalwege, mit geringerer Aktivierung anderer Signalkaskaden. Untersucht wird es in präklinischen Modellen von Organfibrose und Herzschäden. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel.
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