Struktur · schematisch
Peptidkette aus 70 Aminosäuren · IGF / Insulinanalog
Sequenz
GPETLCGAELVDALQFVCGDRGFYFNKPTGYGSSSRRAPQTGIVDECCFRSCDLRRLEMYCAPLKPAKSA
Schematische Darstellung der Aminosäurekette — keine chemische Strukturformel. Jeder Knoten steht für eine Aminosäure (verkürzt dargestellt).
Forschungsbereiche*
* Forschungskontexte, in denen das Peptid untersucht wurde – keine zugesicherten oder empfohlenen Wirkungen.
Wirkmechanismus
- IGF-1 ist ein 70-Aminosäuren-Polypeptid mit struktureller Homologie zu Insulin.
- Es bindet primär an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R), worüber es die PI3K/Akt/mTOR- sowie die Ras/MAPK-Signalkaskade aktiviert.
- Die Hauptproduktionsstätte ist die Leber, wo die Synthese durch Wachstumshormon (GH) stimuliert wird.
- IGF-1 gilt als zentraler Mediator der anabolen Wachstumshormon-Effekte auf Muskel-, Knochen- und Nervengewebe.
- Im Blut zirkuliert IGF-1 gebunden an IGF-Bindungsproteine (IGFBPs), die seine Bioverfügbarkeit und Halbwertszeit regulieren.
Forschungsstand
- Die klinisch am besten untersuchte Anwendung von rekombinantem IGF-1 (Mecasermin) ist der schwere primäre IGF-1-Mangel (IGFD) bei Kindern.
- Für diese Indikation ist Mecasermin (Increlex) seit 2007 in der EU und den USA zugelassen.
- Darüber hinaus wurde IGF-1 in klinischen Studien für ALS (amyotrophe Lateralsklerose) untersucht; Ergebnisse waren inkonsistent.
- In präklinischen Modellen wurden Effekte auf Skelettmuskulatur, Knochendichte und periphere Nervenregeneration beschrieben.
- Die Anwendung außerhalb zugelassener Indikationen — insbesondere zur Leistungssteigerung — ist nicht klinisch belegt und birgt erhebliche Risiken.
Evidenzniveau
Zitierte Studien
- 1997Recombinant human insulin-like growth factor I for ALS: a randomized phase IIb/III study
- 2008Mecasermin (recombinant human insulin-like growth factor I) for the long-term treatment of growth failure in children with severe primary IGF-I deficiency
- 2020Insulin-like growth factor-I and its binding proteins: A review of their roles in growth and metabolism
Bekannte Risiken
- 01Hypoglykämie: klinisch bedeutsamste Nebenwirkung, auch bei therapeutischer Anwendung beschrieben
- 02Akromegalie-ähnliche Symptome bei Überdosierung: Knochenwachstum, Organvergrößerung
- 03Potenziell proliferativer Effekt auf tumorales Gewebe — onkologische Risikodiskussion in der Literatur
- 04Hypotonie, Tachykardie, Kopfschmerzen bei zu rascher Resorption
- 05Intrakranieller Druckanstieg in Einzelfällen beschrieben
- 06Keine Sicherheitsdaten für nicht-medizinische Anwendungsszenarien
Häufige Fragen
Was ist IGF-1?
IGF-1 ist ein 70-Aminosäuren-Polypeptid mit struktureller Homologie zu Insulin.
Was für ein Peptid ist IGF-1?
IGF-1 gehört zur Substanzklasse IGF / Insulinanalog.
Ist IGF-1 in Deutschland legal?
IGF-1 ist in Deutschland verschreibungspflichtig und darf nur mit ärztlicher Verordnung bezogen werden.
Wo kann man IGF-1 kaufen?
Peptica verkauft nichts und nennt keine Bezugsquellen. IGF-1 ist in Deutschland „verschreibungspflichtig"; der Bezug nicht zugelassener Substanzen außerhalb klinischer Studien ist illegal und mit Qualitäts- und Sicherheitsrisiken verbunden.
Ist IGF-1 im Sport verboten (WADA)?
Ja. IGF-1 ist auf der WADA-Verbotsliste gelistet und damit im Leistungssport verboten.
Welche Risiken sind bei IGF-1 bekannt?
Dokumentierte Risiken sind u. a.: Hypoglykämie: klinisch bedeutsamste Nebenwirkung, auch bei therapeutischer Anwendung beschrieben; Akromegalie-ähnliche Symptome bei Überdosierung: Knochenwachstum, Organvergrößerung. Dies ist keine vollständige Sicherheitsbewertung und kein medizinischer Rat — die vollständige Liste steht im Abschnitt Risiken.
Wie gut ist IGF-1 erforscht?
Die Datenlage wird als „frühe klinische Studien“ eingestuft. Auf dieser Seite werden 3 Studien zitiert.
Wie hoch ist das Molekulargewicht von IGF-1?
IGF-1 hat ein Molekulargewicht von etwa 7648.6 Da und eine Plasma-Halbwertszeit von ca. 12–15 Stunden (proteingebunden).
Welche Peptide sind mit IGF-1 verwandt?
Eng verwandte Einträge: CJC-1295, Ipamorelin, IGF-1 LR3. Ein direkter Vergleich ist über die Vergleichsfunktion möglich.
Verwandte Einträge
Rechtsstatus
Deutschland
verschreibungspflichtigÖsterreich
verschreibungspflichtigSchweiz
verschreibungspflichtigEU
zugelassenes ArzneimittelUSA
nicht klassifiziertKanada
nicht klassifiziertDer Rechtsstatus ist länderabhängig und kann sich ändern. Dies ist keine Rechtsberatung.
Quellen & Methodik
- 3 peer-reviewte Studien zitiert, wo verfügbar mit PubMed verlinkt.
- Molekulardaten gegen PubChem und Primärliteratur verifiziert.
- Redaktioneller Standard: keine Dosierungshinweise, keine Bezugsquellen, Evidenzniveau explizit ausgewiesen.
Zuletzt redaktionell geprüft: 28. Mai 2026
Rechtliche Einschätzung
Mecasermin (Increlex) ist als Arzneimittel in der EU für den schweren primären IGF-1-Mangel zugelassen und verschreibungspflichtig. Der Einsatz außerhalb dieser Indikation — insbesondere als Performance-Enhancing Drug — ist nicht zulässig. IGF-1 ist auf der WADA-Verbotsliste (Abschnitt S2) geführt. Nicht zugelassene Bezugsquellen (Research Chemical) unterliegen dem AMG und sind rechtlich problematisch.
Wichtiger Hinweis
Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen, wissenschaftlich orientierten Information über Peptide. Sie stellt keine medizinische Beratung dar, ersetzt kein ärztliches Gespräch und enthält keine Empfehlungen zur Anwendung am Menschen.
Diese Seite verkauft keine Substanzen und nennt keine Bezugsquellen für nicht zugelassene Substanzen. Für medizinische Fragen wenden Sie sich bitte an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.
Anzeige
Reserviert für sorgfältig ausgewählte Partner — Telemedizin, Diagnostik, legale topische Anwendungen.