Substanzklasse
Sonstiges
13 Eintrage
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Epithalon
Epithalamin
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (Ala-Glu-Asp-Gly), das von Wladimir Chawinson am St. Petersburg Institute of Bioregulation and Gerontology aus der Zirbeldrüse (Epiphyse) isoliert wurde. In Laborstudien wurde beschrieben, dass Epithalon die Aktivität der Telomerase in menschlichen somatischen Zellen erhöhen und Telomere verlängern kann. Telomerase ist ein Enzym, das den Abbau telomerer DNA-Sequenzen beim Zellteilen verlangsamen kann. Weiterhin wurden in Zell- und Tiermodellen Interaktionen mit Melatonin-Synthese und hypothalamisch-hypophysären Regulationsachsen beschrieben. Die molekularen Zielstrukturen am Menschen sind nicht abschließend identifiziert.
MOTS-c
Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA-c
MOTS-c ist ein 16-Aminosäuren-Peptid, das im mitochondrialen Genom kodiert ist – eines von wenigen bekannten Peptiden mitochondrialen Ursprungs. Es wird aus dem 12S ribosomalen RNA-Gen transkribiert und translatiert. In präklinischen Studien wurde beschrieben, dass MOTS-c in Zellen und im Blut zirkuliert, in den Zellkern translozieren kann und dort Genexpressionsprogramme moduliert, die metabolische Anpassungen regulieren. Als postulierter Mechanismus wurde eine Aktivierung des AMPK-Signalwegs (AMP-aktivierte Proteinkinase) beschrieben – ein zentraler Regulator des Energiestoffwechsels. MOTS-c-Spiegel im Blut nehmen mit dem Alter ab, was Interesse für Longevity-Forschung erzeugt hat.
AOD-9604
Advanced Obesity Drug 9604
AOD-9604 ist ein synthetisches Peptidfragment, das dem C-terminalen Abschnitt des humanen Wachstumshormons (hGH, Aminosäuren 177–191) entspricht. In präklinischen Studien wurde beschrieben, dass dieses Fragment lipolytische (fettzellabbauende) Effekte in Adipozyten vermittelt, ohne die anabolen oder wachstumsfördernden Effekte des vollständigen GH-Moleküls auszulösen. Als postulativer Wirkmechanismus wurden Interaktionen mit Beta-3-adrenergen Rezeptoren auf Fettzellen beschrieben. GH-Rezeptorbindung und IGF-1-Stimulation fehlen aufgrund der fehlenden GH-Bindungsdomäne.
Semax
MEHFPGP
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid, das am Institute of Molecular Genetics der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt wurde. Es ist strukturell abgeleitet von der ACTH(4-7)-Sequenz (Met-Glu-His-Phe) mit einer zusätzlichen Pro-Gly-Pro-Sequenz, die die enzymatische Stabilität erhöht. In präklinischen Studien wurden Interaktionen mit dem melanokortinen System (MC4R), BDNF-Expression und dem dopaminergen System beschrieben. Intranasal appliziert passiert Semax die Blut-Hirn-Schranke in Tiermodellen. Postulierte Effekte umfassen Modulation von Lern- und Gedächtnisprozessen sowie neuroprotektive Eigenschaften.
Selank
TP-7
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid, ebenfalls am Institute of Molecular Genetics der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Es basiert auf der Sequenz des endogenen Immunmodulators Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg) mit einer C-terminalen Pro-Gly-Pro-Erweiterung zur enzymatischen Stabilisierung. In präklinischen Studien wurden anxiolytische Effekte ohne sedierende Eigenschaften beschrieben – verglichen mit Benzodiazepinen wurde kein GABA-A-modulatorischer Mechanismus nachgewiesen. Als mögliche Wirkmechanismen wurden Modulationen des serotoninergen Systems, Enkephalin-Abbauinhibition und immunmodulatorische Effekte über Tuftsin-Rezeptoren diskutiert.
Erythropoetin (EPO)
Erythropoetin
Erythropoetin (EPO) ist ein glykosyliertes Proteinhormon (165 Aminosäuren), das überwiegend in der Niere gebildet wird. Es bindet an den EPO-Rezeptor auf erythroiden Vorläuferzellen im Knochenmark und stimuliert deren Überleben, Teilung und Reifung zu roten Blutkörperchen. Dadurch steigt die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Rekombinantes EPO (Epoetin) ahmt diese physiologische Wirkung nach.
ARA 290 (Cibinetid)
ARA 290
ARA 290 (Cibinetid) ist ein kurzes Peptid, das von der Helix B des Erythropoetins (EPO) abgeleitet ist. Es bindet an den sogenannten innaten Reparaturrezeptor (ein Komplex aus EPO-Rezeptor und der β-common-Rezeptoruntereinheit), ohne die erythropoetische (blutbildende) Wirkung von EPO zu besitzen. Beschrieben werden gewebeschützende und entzündungsmodulierende Effekte. Im Fokus stehen neuropathische und entzündliche Erkrankungen.
ACE-031
ACE-031
ACE-031 ist ein löslicher Köder-Rezeptor: ein Fusionsprotein aus der extrazellulären Domäne des Activin-Rezeptors Typ IIB (ActRIIB) und einem Antikörper-Fc-Teil. Es bindet Myostatin und verwandte Liganden, bevor diese an ihren zellulären Rezeptor andocken können, und hebt so deren wachstumshemmende Wirkung auf die Muskulatur auf. Dadurch wurde in Studien eine Zunahme von Muskelmasse beschrieben. ACE-031 ist kein klassisches Peptid, sondern ein rekombinantes Fusionsprotein.
Adipotide
Adipotide
Adipotide ist ein Peptidomimetikum aus zwei Funktionsteilen: einem Zielsegment, das an Prohibitin auf der Oberfläche der Blutgefäße des weißen Fettgewebes bindet, und einem proapoptotischen Segment (D(KLAKLAK)₂). Nach Bindung soll es gezielt die Apoptose dieser Gefäßzellen auslösen und so die Blutversorgung des Fettgewebes unterbrechen. In Tiermodellen führte dies zu einem Rückgang von Fettmasse. Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend von Appetit- oder Stoffwechsel-modulierenden Peptiden.
SNAP-8
SNAP-8
SNAP-8 ist ein kosmetisches Octapeptid, das als topischer Inhaltsstoff in Anti-Falten-Produkten eingesetzt wird. Es ist von einem Abschnitt des SNAP-25-Proteins abgeleitet und soll – analog zum Wirkprinzip von Botulinumtoxin, jedoch deutlich schwächer – die Bildung des SNARE-Komplexes und damit die Freisetzung von Acetylcholin an der neuromuskulären Endplatte beeinflussen. Ziel ist eine verringerte Muskelkontraktion mimischer Fältchen. Belege stammen überwiegend von Herstellern; unabhängige Daten sind begrenzt.
Adalank
Adalank
Adalank ist eine chemisch modifizierte Variante des Heptapeptids Selank, bei der der N-Terminus acetyliert und der C-Terminus amidiert ist. Diese Modifikationen sollen die Stabilität gegenüber enzymatischem Abbau und die Pharmakokinetik gegenüber dem Ausgangspeptid verbessern. Der angenommene Wirkmechanismus entspricht dem von Selank (Tuftsin-abgeleitet, anxiolytisch ohne klassischen GABA-A-Mechanismus diskutiert). Für die modifizierte Form selbst liegen jedoch keine eigenständigen Wirknachweise vor.
B7-33
B7-33
B7-33 ist ein einkettiges, vereinfachtes Mimetikum des Hormons Relaxin-2. Im Gegensatz zum natürlichen, zweikettigen Relaxin ist es synthetisch leichter zugänglich und soll am Relaxin-Rezeptor RXFP1 funktionell selektiv wirken: vorrangig über antifibrotische (gewebevernarbungshemmende) Signalwege, mit geringerer Aktivierung anderer Signalkaskaden. Untersucht wird es in präklinischen Modellen von Organfibrose und Herzschäden. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel.
FOXO4-DRI
FOXO4-DRI
FOXO4-DRI ist ein synthetisches D-retro-inverso-Peptid (spiegelbildliche Bauweise für höhere Stabilität), das die Interaktion zwischen dem Transkriptionsfaktor FOXO4 und dem Tumorsuppressor p53 stört. In seneszenten („gealterten“) Zellen hält diese Interaktion das p53 im Zellkern zurück und verhindert deren Selbstzerstörung. Durch die Störung soll p53 freigesetzt werden und gezielt die Apoptose seneszenter Zellen auslösen (senolytischer Ansatz). Gesunde Zellen sollen weitgehend verschont bleiben.