Neuroprotektiv, Fokus, Gedächtnis
Kognition.
Peptide mit Wirkung auf ZNS-Transmittersysteme, BDNF-Expression oder neuroprotektiven Mechanismen. Überwiegend aus der russischen Peptidforschung. Westliche GCP-Studien fehlen.
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Semax
MEHFPGP
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid, das am Institute of Molecular Genetics der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt wurde. Es ist strukturell abgeleitet von der ACTH(4-7)-Sequenz (Met-Glu-His-Phe) mit einer zusätzlichen Pro-Gly-Pro-Sequenz, die die enzymatische Stabilität erhöht. In präklinischen Studien wurden Interaktionen mit dem melanokortinen System (MC4R), BDNF-Expression und dem dopaminergen System beschrieben. Intranasal appliziert passiert Semax die Blut-Hirn-Schranke in Tiermodellen. Postulierte Effekte umfassen Modulation von Lern- und Gedächtnisprozessen sowie neuroprotektive Eigenschaften.
Selank
TP-7
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid, ebenfalls am Institute of Molecular Genetics der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Es basiert auf der Sequenz des endogenen Immunmodulators Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg) mit einer C-terminalen Pro-Gly-Pro-Erweiterung zur enzymatischen Stabilisierung. In präklinischen Studien wurden anxiolytische Effekte ohne sedierende Eigenschaften beschrieben – verglichen mit Benzodiazepinen wurde kein GABA-A-modulatorischer Mechanismus nachgewiesen. Als mögliche Wirkmechanismen wurden Modulationen des serotoninergen Systems, Enkephalin-Abbauinhibition und immunmodulatorische Effekte über Tuftsin-Rezeptoren diskutiert.
DSIP
Delta Sleep-Inducing Peptide
DSIP ist ein Nonapeptid (Sequenz: Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu), das 1977 aus dem thalamischen Venenblut von Kaninchen isoliert wurde. Die molekularen Wirkmechanismen sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Diskutiert werden Interaktionen mit GABA-Rezeptoren, eine modulierende Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Achse sowie neuroprotektive Eigenschaften über antioxidative Pfade. In Tierversuchen wurden Veränderungen des Schlaf-EEGs nach intrazerebroventrikulärer Gabe beobachtet, die Übertragbarkeit auf systemische Gaben am Menschen ist unklar.
VIP
Vasoaktives Intestinales Peptid
VIP ist ein 28-Aminosäuren-Neuropeptid aus der Sekretin/Glukagon-Superfamilie, das im gesamten Nervensystem sowie in intestinalen, respiratorischen und immunologischen Geweben produziert wird. VIP bindet die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren VPAC1 und VPAC2, was über cAMP-Signalwege zu Vasodilatation, Bronchodilatation und ausgeprägter Immunmodulation führt. Immunologisch hemmt VIP die Produktion proinflammatorischer Zytokine (TNF-α, IL-6, IL-12) und fördert regulatorische T-Zellen (Tregs) sowie anti-inflammatorische Mediatoren (IL-10). In Lunge und Darm wirkt VIP zudem als neuroprotektiver und epithelschützender Mediator.
Oxytocin
Oxytocin
Oxytocin ist ein zyklisches Nonapeptid, das im Hypothalamus gebildet und über die Neurohypophyse ausgeschüttet wird. Peripher wirkt es an Oxytocin-Rezeptoren der Gebärmutter (Wehentätigkeit) und der Brustdrüse (Milchejektion). Im zentralen Nervensystem wird es im Kontext von sozialem Verhalten, Bindung, Vertrauen und Stressregulation untersucht. Die kurze Halbwertszeit und die begrenzte Passage der Blut-Hirn-Schranke sind methodisch relevant.
Cerebrolysin
Cerebrolysin
Cerebrolysin ist kein einzelnes Peptid, sondern ein standardisiertes Gemisch niedermolekularer Peptide und freier Aminosäuren, gewonnen aus Schweinehirngewebe. Ihm werden neurotrophe und neuroprotektive Eigenschaften zugeschrieben, die denen körpereigener neurotropher Faktoren ähneln sollen. Diskutiert werden Effekte auf neuronales Überleben, synaptische Plastizität und die Modulation von Entzündungs- und Apoptose-Prozessen. Die genaue Zusammensetzung und der Wirkmechanismus sind nicht vollständig charakterisiert.
Humanin
Humanin
Humanin ist ein kurzes, mitochondrial kodiertes Peptid (mitochondrial-derived peptide, MDP), das aus einer Leserahmen-Region der 16S-rRNA der Mitochondrien stammt. Ihm werden zytoprotektive und antiapoptotische Eigenschaften zugeschrieben, unter anderem über Interaktionen mit Rezeptorkomplexen und Bcl-2-assoziierten Signalwegen. In präklinischen Modellen wurde Humanin im Kontext von neuronalem Schutz, Insulinsensitivität und Alterungsprozessen untersucht. Das synthetische Analogon HNG weist eine verstärkte Aktivität auf.
Dihexa
Dihexa
Dihexa ist ein kleines, von Angiotensin IV abgeleitetes Peptidanalogon, das für eine verbesserte Stabilität und Membrangängigkeit modifiziert wurde. In präklinischen Arbeiten wird es mit dem Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF) und dessen Rezeptor c-Met in Verbindung gebracht und soll die Synapsenbildung (Synaptogenese) fördern. Untersucht wurde es im Kontext von Lern- und Gedächtnisleistung in Tiermodellen. Der genaue molekulare Wirkmechanismus ist Gegenstand der Forschung.
Adalank
Adalank
Adalank ist eine chemisch modifizierte Variante des Heptapeptids Selank, bei der der N-Terminus acetyliert und der C-Terminus amidiert ist. Diese Modifikationen sollen die Stabilität gegenüber enzymatischem Abbau und die Pharmakokinetik gegenüber dem Ausgangspeptid verbessern. Der angenommene Wirkmechanismus entspricht dem von Selank (Tuftsin-abgeleitet, anxiolytisch ohne klassischen GABA-A-Mechanismus diskutiert). Für die modifizierte Form selbst liegen jedoch keine eigenständigen Wirknachweise vor.
P021
P021
P021 ist ein kleines, peptidmimetisches Molekül, das von einer aktiven Region des ziliären neurotrophen Faktors (CNTF) abgeleitet ist. Es ist so gestaltet, dass es metabolisch stabil und blut-hirn-schrankengängig sein soll. In präklinischen Modellen wird ihm eine Förderung von Neurogenese und neurotrophen Signalwegen (u. a. BDNF) sowie eine Hemmung pathologischer Tau-Veränderungen zugeschrieben. Untersucht wird es im Kontext von Alzheimer-Modellen.
PE-22-28
PE-22-28
PE-22-28 ist ein verkürztes Analogon von Spadin, einem körpereigenen Peptid, das aus dem Propeptid des Sortilin/Neurotensin-Rezeptors 3 stammt. Es hemmt den Kaliumkanal TREK-1, der an Stimmungsregulation und Depression beteiligt ist. In präklinischen Modellen werden eine schnelle antidepressive Wirkung und eine Förderung von Neurogenese und Synaptogenese beschrieben. PE-22-28 wurde als stabileres, besser bioverfügbares Spadin-Derivat entwickelt.
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