Longevity, Telomere, mitochondriale Gesundheit
Anti-Aging.
Peptide im Fokus der Longevity-Forschung. Adressieren Telomerase-Aktivität, mitochondriale Funktion oder endokrine Altersveränderungen. Evidenz überwiegend präklinisch.
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CJC-1295
CJC 1295
CJC-1295 ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH). Die Substanz bindet selektiv an den GHRH-Rezeptor in der Hypophyse und stimuliert dort die pulsatile Ausschüttung von Wachstumshormon (GH). Charakteristisch für CJC-1295 ist die DAC-Modifikation (Drug Affinity Complex): eine Maleimidopropionsäure-Gruppe bindet kovalent an zirkulierendes Serumalbumin und verlängert dadurch die Halbwertszeit von wenigen Minuten auf mehrere Tage. Dies erzeugt eine anhaltend erhöhte GH/IGF-1-Grundlinie statt physiologischer Pulse. Die Variante ohne DAC-Modifikation wird separat als Mod GRF 1-29 geführt und hat eine deutlich kürzere Wirkdauer.
Ipamorelin
NNC 26-0161
Ipamorelin ist ein synthetisches Pentapeptid und selektiver Agonist am Ghrelin-Rezeptor (GHS-R1a). Durch Bindung an diesen Rezeptor in Hypophyse und Hypothalamus stimuliert es die pulsatile Sekretion von Wachstumshormon (GH). Im Vergleich zu anderen GHRP-Substanzen (z. B. GHRP-6) weist Ipamorelin in präklinischen Studien eine geringere Stimulation von ACTH und Cortisol auf, was als potenzieller Selektivitätsvorteil gewertet wurde – klinische Bestätigung steht aus.
GHK-Cu
Copper Peptide GHK
GHK-Cu (Glycyl-L-histidyl-L-lysin mit Kupfer(II)-Komplex) ist ein natürlich vorkommendes Tripeptid, das im menschlichen Plasma, Speichel und Urin nachgewiesen wird. Es bindet Kupferionen und transportiert diese in Gewebe. In vitro und in präklinischen Modellen wurden Effekte auf die Kollagensynthese, antioxidative Enzymaktivität sowie die Expression von Wachstumsfaktoren (u. a. VEGF, FGF) beschrieben. Der genaue Wirkmechanismus in vivo beim Menschen ist nicht vollständig aufgeklärt.
Epithalon
Epithalamin
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (Ala-Glu-Asp-Gly), das von Wladimir Chawinson am St. Petersburg Institute of Bioregulation and Gerontology aus der Zirbeldrüse (Epiphyse) isoliert wurde. In Laborstudien wurde beschrieben, dass Epithalon die Aktivität der Telomerase in menschlichen somatischen Zellen erhöhen und Telomere verlängern kann. Telomerase ist ein Enzym, das den Abbau telomerer DNA-Sequenzen beim Zellteilen verlangsamen kann. Weiterhin wurden in Zell- und Tiermodellen Interaktionen mit Melatonin-Synthese und hypothalamisch-hypophysären Regulationsachsen beschrieben. Die molekularen Zielstrukturen am Menschen sind nicht abschließend identifiziert.
MOTS-c
Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA-c
MOTS-c ist ein 16-Aminosäuren-Peptid, das im mitochondrialen Genom kodiert ist – eines von wenigen bekannten Peptiden mitochondrialen Ursprungs. Es wird aus dem 12S ribosomalen RNA-Gen transkribiert und translatiert. In präklinischen Studien wurde beschrieben, dass MOTS-c in Zellen und im Blut zirkuliert, in den Zellkern translozieren kann und dort Genexpressionsprogramme moduliert, die metabolische Anpassungen regulieren. Als postulierter Mechanismus wurde eine Aktivierung des AMPK-Signalwegs (AMP-aktivierte Proteinkinase) beschrieben – ein zentraler Regulator des Energiestoffwechsels. MOTS-c-Spiegel im Blut nehmen mit dem Alter ab, was Interesse für Longevity-Forschung erzeugt hat.
Thymosin Alpha-1
Tα1
Thymosin Alpha-1 (Tα1) ist ein 28-Aminosäuren-Peptid, das ursprünglich als Fraktion 5 aus dem Thymus isoliert wurde. Es ist ein natürliches Spaltprodukt von Prothymosin Alpha und wird hauptsächlich in Thymusepithelzellen produziert. Tα1 moduliert die T-Zell-Reifung und -Funktion: Es fördert die Th1-Antwort, steigert die Aktivität natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) und stimuliert die Produktion von IL-2, Interferon-gamma und Interferon-alpha. Der molekulare Wirkort umfasst Toll-like-Rezeptoren (TLR2 und TLR9) auf dendritischen Zellen, was eine Aktivierung der adaptiven Immunantwort erklärt.
GHRP-2
Pralmorelin
GHRP-2 ist ein synthetisches Hexapeptid, das als potenter Agonist am Ghrelin-Rezeptor (GHS-R1a) wirkt. Die Bindung an GHS-R1a in somatotrophen Zellen des Hypophysenvorderlappens löst eine starke pulsatile Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus. Gleichzeitig wird über hypothalamische Wirkung die Somatostatin-Hemmung reduziert, was den GH-Puls weiter amplifiziert. Im Vergleich zu GHRP-6 stimuliert GHRP-2 den Appetit weniger ausgeprägt, da die ghrenerge Wirkung auf den Hypothalamus geringer ist. GHRP-2 steigert zudem in moderatem Ausmaß Prolaktin und Cortisol — ein Effekt, der bei therapeutischen Dosierungen klinisch relevant sein kann.
Sermorelin
GHRH(1-29)-NH₂
Sermorelin ist ein synthetisches 29-Aminosäuren-Peptid, das den ersten 29 Aminosäuren des endogenen Wachstumshormon-Releasinghormons (GHRH) entspricht — der kürzesten Sequenz, die noch volle biologische Aktivität am GHRH-Rezeptor (GHRHR) aufweist. Durch Bindung an GHRHR in somatotrophen Zellen des Hypophysenvorderlappens stimuliert Sermorelin die Synthese und pulsatile Ausschüttung von Wachstumshormon (GH). Im Vergleich zu CJC-1295 besitzt Sermorelin eine kürzere biologische Halbwertszeit (ca. 10–20 Minuten), was physiologischere, kurzlebigere GH-Pulse erzeugt als langwirkende GHRH-Analoga.
SS-31
Elamipretide
SS-31 (Elamipretide) ist ein synthetisches, zellgängiges Tetrapeptid (D-Arg-2′6′-Dimethyltyrosin-Lys-Phe-NH₂). Es akkumuliert selektiv in der inneren Mitochondrienmembran, wo es Cardiolipin bindet — ein Phospholipid, das ausschließlich in Mitochondrien vorkommt und die Cristae-Struktur sowie die Funktion der Atmungskette stabilisiert. Durch Cardiolipin-Bindung reduziert SS-31 oxidativen Stress, stabilisiert die Elektronen-Transportkette (Komplex I–IV), steigert die ATP-Produktion und verhindert die Freisetzung von Cytochrom c (apoptotisches Signal). Dieser Wirkmechanismus ist unabhängig von Zelltyp und Erkrankungskontext — was das breite Anwendungsspektrum in der Forschung erklärt.
Mod GRF 1-29
Modified GRF (1-29)
Mod GRF 1-29 ist ein synthetisches GHRH-Analog, das auf den ersten 29 Aminosäuren des Wachstumshormon-Releasing-Hormons basiert. Gegenüber Sermorelin (unmodifiziertes GHRH 1-29) trägt es vier Aminosäure-Substitutionen (D-Ala², Gln⁸, Ala¹⁵, Leu²⁷), die es gegen den enzymatischen Abbau durch Dipeptidylpeptidase-IV (DPP-IV) stabilisieren und die Rezeptoraffinität erhöhen. Im Unterschied zu CJC-1295 mit DAC besitzt Mod GRF 1-29 keine Albumin-Bindungsgruppe — die Halbwertszeit beträgt daher nur etwa 30 Minuten statt mehrerer Tage. Dies erzeugt einen kurzen, pulsatilen GH-Anstieg, der dem physiologischen Ausschüttungsmuster näherkommt als die anhaltende Grundlinien-Erhöhung der DAC-Variante.
Teriparatid
Teriparatide
Teriparatid ist das rekombinant hergestellte N-terminale Fragment (1-34) des humanen Parathormons (PTH). Es bindet an den PTH-1-Rezeptor auf Osteoblasten und Osteozyten. Im Unterschied zur dauerhaft erhöhten PTH-Konzentration (die den Knochenabbau fördert) führt die intermittierende, einmal tägliche Gabe zu einem überwiegend anabolen Effekt auf den Knochen. Beschrieben wird eine Stimulation der Osteoblasten-Aktivität und eine Zunahme von Knochenmasse und -struktur.
Abaloparatid
Abaloparatide
Abaloparatid ist ein synthetisches Analogon des Parathormon-verwandten Peptids (PTHrP 1-34). Es bindet bevorzugt an die RG-Konformation des PTH-1-Rezeptors, was im Vergleich zu Teriparatid zu einer stärker anabol ausgerichteten, transienteren Signalantwort führen soll. Wie Teriparatid wird es intermittierend (einmal täglich) angewendet, um die Knochenneubildung gegenüber dem Abbau zu begünstigen.
Somatropin (HGH)
Somatropin
Somatropin ist rekombinant hergestelltes humanes Wachstumshormon (hGH), ein 191-Aminosäuren-Protein, das in Aufbau und Wirkung dem körpereigenen hypophysären Wachstumshormon entspricht. Es bindet an den Wachstumshormonrezeptor und vermittelt seine Effekte teils direkt, teils über die Freisetzung von IGF-1, vorwiegend in der Leber. Beschrieben sind Effekte auf Längenwachstum (im Kindesalter), Proteinsynthese, Lipolyse und Kohlenhydratstoffwechsel.
Humanin
Humanin
Humanin ist ein kurzes, mitochondrial kodiertes Peptid (mitochondrial-derived peptide, MDP), das aus einer Leserahmen-Region der 16S-rRNA der Mitochondrien stammt. Ihm werden zytoprotektive und antiapoptotische Eigenschaften zugeschrieben, unter anderem über Interaktionen mit Rezeptorkomplexen und Bcl-2-assoziierten Signalwegen. In präklinischen Modellen wurde Humanin im Kontext von neuronalem Schutz, Insulinsensitivität und Alterungsprozessen untersucht. Das synthetische Analogon HNG weist eine verstärkte Aktivität auf.
FOXO4-DRI
FOXO4-DRI
FOXO4-DRI ist ein synthetisches D-retro-inverso-Peptid (spiegelbildliche Bauweise für höhere Stabilität), das die Interaktion zwischen dem Transkriptionsfaktor FOXO4 und dem Tumorsuppressor p53 stört. In seneszenten („gealterten“) Zellen hält diese Interaktion das p53 im Zellkern zurück und verhindert deren Selbstzerstörung. Durch die Störung soll p53 freigesetzt werden und gezielt die Apoptose seneszenter Zellen auslösen (senolytischer Ansatz). Gesunde Zellen sollen weitgehend verschont bleiben.
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