Struktur · schematisch
Peptidkette aus 7 Aminosäuren · Melanocortin
Sequenz
Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH₂
Schematische Darstellung der Aminosäurekette — keine chemische Strukturformel. Jeder Knoten steht für eine Aminosäure.
Forschungsbereiche*
* Forschungskontexte, in denen das Peptid untersucht wurde – keine zugesicherten oder empfohlenen Wirkungen.
Wirkmechanismus
- Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und nicht-selektiver Agonist an Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R).
- Durch Aktivierung von MC1R in Melanozyten wird die Melaninsynthese stimuliert, was zu verstärkter Pigmentierung der Haut führt.
- MC4R-Aktivierung im Hypothalamus ist mit Effekten auf sexuelles Verlangen und Erektionsmechanismen assoziiert.
- Im Unterschied zu PT-141 (Bremelanotid, einem Metaboliten) besitzt Melanotan II eine breitere Rezeptorselektivität und zusätzliche Acetylierung am N-Terminus, was ein abweichendes Nebenwirkungsprofil bedingt.
Forschungsstand
- Melanotan II wurde ursprünglich an der University of Arizona im Kontext von Melanomprävention und erektiler Dysfunktion untersucht.
- Frühe klinische Phase-I/II-Studien dokumentierten Pigmentierungseffekte und pro-erektile Wirkungen.
- Eine klinische Weiterentwicklung wurde nicht fortgeführt; stattdessen wurde PT-141 als selektiverer und besser verträglicher Nachfolger entwickelt.
- Seit den frühen 2000er-Jahren zirkuliert MT-2 als nicht zugelassene Substanz auf Grau- und Schwarzmärkten.
- Systematische aktuelle Sicherheitsdaten zu kommerziellen Präparaten fehlen; Berichte über Melanomzunahme unter MT-2-Anwendung sind in der dermatologischen Literatur beschrieben.
Evidenzniveau
Zitierte Studien
Bekannte Risiken
- 01Melanomrisiko: Mehrfach beschriebene Fälle von Aktivierung präexistenter Nävi und Melanomentstehung unter MT-2-Anwendung in dermatologischer Literatur
- 02Hypertonie: Häufige und teils ausgeprägte Blutdruckanstiege
- 03Übelkeit, Erbrechen, Flush (häufig)
- 04Unerwünschte spontane Erektionen (aus klinischen Studien berichtet)
- 05Hyperpigmentierung irreversibel möglich
- 06Produktqualität bei illegalen Quellen nicht kontrollierbar – Verunreinigungen und falsche Dosierungen dokumentiert
- 07BfArM und MHRA haben explizite Sicherheitswarnungen herausgegeben
Häufige Fragen
Was ist Melanotan II?
Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und nicht-selektiver Agonist an Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R).
Was für ein Peptid ist Melanotan II?
Melanotan II gehört zur Substanzklasse Melanocortin.
Ist Melanotan II in Deutschland legal?
Melanotan II ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Ein Bezug außerhalb klinischer Studien ist rechtlich problematisch.
Wo kann man Melanotan II kaufen?
Peptica verkauft nichts und nennt keine Bezugsquellen. Melanotan II ist in Deutschland „nicht zugelassen"; der Bezug nicht zugelassener Substanzen außerhalb klinischer Studien ist illegal und mit Qualitäts- und Sicherheitsrisiken verbunden.
Ist Melanotan II im Sport verboten (WADA)?
Ja. Melanotan II ist auf der WADA-Verbotsliste gelistet und damit im Leistungssport verboten.
Welche Risiken sind bei Melanotan II bekannt?
Dokumentierte Risiken sind u. a.: Melanomrisiko: Mehrfach beschriebene Fälle von Aktivierung präexistenter Nävi und Melanomentstehung unter MT-2-Anwendung in dermatologischer Literatur; Hypertonie: Häufige und teils ausgeprägte Blutdruckanstiege. Dies ist keine vollständige Sicherheitsbewertung und kein medizinischer Rat — die vollständige Liste steht im Abschnitt Risiken.
Wie gut ist Melanotan II erforscht?
Die Datenlage wird als „präklinisch“ eingestuft. Auf dieser Seite werden 2 Studien zitiert.
Wie hoch ist das Molekulargewicht von Melanotan II?
Melanotan II hat ein Molekulargewicht von etwa 1024.2 Da.
Welche Peptide sind mit Melanotan II verwandt?
Eng verwandte Einträge: PT-141. Ein direkter Vergleich ist über die Vergleichsfunktion möglich.
Verwandte Einträge
Rechtsstatus
Deutschland
nicht zugelassenÖsterreich
nicht zugelassenSchweiz
nicht zugelassenEU
nicht zugelassenUSA
nicht zugelassenKanada
nicht zugelassenDer Rechtsstatus ist länderabhängig und kann sich ändern. Dies ist keine Rechtsberatung.
Quellen & Methodik
- 2 peer-reviewte Studien zitiert, wo verfügbar mit PubMed verlinkt.
- Molekulardaten gegen PubChem und Primärliteratur verifiziert. PubChem CID 92432
- Redaktioneller Standard: keine Dosierungshinweise, keine Bezugsquellen, Evidenzniveau explizit ausgewiesen.
Zuletzt redaktionell geprüft: 1. Mai 2026
Rechtliche Einschätzung
Melanotan II ist auf der WADA-Verbotsliste gelistet (S4: Hormone und metabolische Modulatoren). Es liegt keine Zulassung als Arzneimittel in der EU, Deutschland, Österreich oder der Schweiz vor. Mehrere europäische Behörden (MHRA in UK, BfArM in DE) haben explizite Warnmeldungen zu MT-2 herausgegeben und auf erhebliche Sicherheitsrisiken hingewiesen. Besitz und Import sind in Deutschland nach AMG problematisch; bei Sportlern kommt ADBG hinzu. Die EU-Kommission hat MT-2 in Warnlisten für gefährliche Substanzen aufgenommen.
Wichtiger Hinweis
Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen, wissenschaftlich orientierten Information über Peptide. Sie stellt keine medizinische Beratung dar, ersetzt kein ärztliches Gespräch und enthält keine Empfehlungen zur Anwendung am Menschen.
Diese Seite verkauft keine Substanzen und nennt keine Bezugsquellen für nicht zugelassene Substanzen. Für medizinische Fragen wenden Sie sich bitte an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.
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